Zündstoff Kritik

 

Normalerweise spreche ich ja eher über Führungsthemen in der Wirtschaft, aber heute geht es mal um Führungskräfte in der Politik.
In den letzten Tagen und Wochen hat vor allem ein Video von sich reden gemacht: Rezo’s Abrechnung mit der CDU, in der er darlegt, wie die CDU in den letzten Jahren gewirtschaftet hat und vor allem, wie wenig und kontraproduktiv sie sich um Umweltbelange gekümmert hat. Das alles sehr genau belegt mit Fakten und Quellennachweisen.
Dass dieses Video so kurz vor den Europawahlen für viel Zündstoff gesorgt hat, liegt auf der Hand.


Aber dass erfahrene Politiker, wie Annegret Kramp-Karrenbauer, wenig souverän auf die Kritik reagiert haben, war dann doch verblüffend.

 

Am Freitag habe ich ein kurzes Interview dazu im Deutschlandfunk gegeben. Ausschnitte daraus

hören Sie hier: Radio-Interview  (klicken Sie auf den grünen Pfeil).

 

Was bedeutet souveräner Umgang mit Kritik?

  • Zunächst ist es wichtig, dass man in der Lage ist, sinnvolle Kritik von anderer Kritik zu unterscheiden. Pointierte Kritik gibt uns einen Anhaltspunkt darüber, was wir an unserem Verhalten ändern müssen, ist faktenbasiert und im besten Fall konstruktiv.
  • Dass sich das trotzdem nicht angenehm anfühlt, ist klar – Kritik legt den Finger in die Wunde ...
    Und beschämt damit unser Selbstbild, kränkt uns in unserer Selbstwahrnehmung und rührt wunde Punkte an, die wir gerne vor uns selbst und anderen verschleiern wollen. Wie viel mehr noch in der Politik, wo es häufig mehr um Lobbyismus zu gehen scheint als um sinnvolle Lösungen für die Allgemeinheit.
  • Anstatt sich also zu rechtfertigen, den anderen anzugreifen oder schlicht vom Thema abzulenken, wäre es hilfreich, zunächst zuzuhören und zu respektieren, dass der andere ein Anliegen mit seiner Kritik hat. 
  • Fehler einzugestehen und dann miteinander zu reden wäre ein nächster Schritt: Was ist dran an der Kritik? Was könnten wir besser machen? Wie sollten wir jetzt vorgehen? Verzeiht Ihr uns?

    Das wäre souverän und aufrichtig. Gerade letzteres könnte zeigen, ob es uns ernst ist. Auch als Politiker.

Unsere Möglichkeiten sind immer größer, als das, was wir daraus machen!

 

Buch-Tipp:  "Zündstoff Kritik"